Was verdient eigentlich ein Influencer?

Influencer sind weiterhin das Social Media-Thema der Stunde – und das nun schon seit einigen Monaten, wenn nicht sogar Jahren. Nicht nur ich berichte nun schon zum wiederholten Mal über das Thema.

Viele von uns tun sich heute immer noch mit dem Wort ‘Influencer’ als Berufsbezeichnung schwer. Für viele ist die Arbeit hinter ein paar Instagram-Fotos und der Produktion von Videos für YouTube in keinem Aspekt wirklich greifbar. Um darüber Klarheit zu schaffen, möchte ich mit diesem Artikel zumindest den monetären Teil einer Existenz als Influencer erläutern. 

Im folgenden gehen wir also einmal gemeinsam durch, was denn die Einnahmequellen eines Influencers sind und wie man die Verdienste durch diese jeweiligen Einnahmequellen im Ansatz bestimmen kann. Wichtig: Wir beschränken uns dabei nur auf den Teil an Einnahmen, der fest kalkulierbar ist, somit sind beispielsweise eigene Produkte und Marken der Influencer nicht berücksichtigt.

https://www.youtube.com/watch?v=WBDI5kEZ9co

Werbeeinnahmen durch YouTube

Auf YouTube gibt es eine Art Formel, um zunächst den eigenen Verdienst aber auch den anderer YouTuber zu berechnen. Diese besteht aus drei Variablen, die wären: Videoaufrufe die generiert wurden, der Anteil der Zuschauer die keinen Adblocker verwenden und der CPC. Die Videoaufrufe sind dabei selbsterklärend. Die Quote der Adblock-User bezieht sich darauf, wie viele Zuschauer einen ‘Adblocker’ verwenden, der Werbung blockiert. ‘CPC’ steht für ‘Costs per Click’, die ein Werbetreibender auf YouTube bezahlt. Diese ist stark von der Zielgruppe abhängig. Dabei spielt vor allem die Zahlungskraft eine große Rolle. Im Bereich ‘Gaming’ ist die Zielgruppe tendenziell zwischen 14 und 24 und hat dementsprechend finanziell auch mehr Möglichkeiten als beispielsweise die Zielgruppe von diversen Comedy-YouTubern, deren Zielgruppe teilweise unter 10 Jahre alt ist und nicht einmal über ein eigenes Taschengeld verfügt. Die CPC ist außerdem saisonabhängig. Im Weihnachtsgeschäft wird Werbung teurer, da der allgemeine Konsum ansteigt – die CPC ist dort also höher.

Die Formel um das Gehalt eines YouTubers aus dem Gaming-Bereich zu berechnen könnte also wie folgt aussehen:

1.000.000 Videoaufrufe * 50% der Community nutzen keinen Adblock * CPC von 4$/1000 Klicks = 2000$ 

Wobei eine CPC von 4$ bereits recht hoch ist (das hängt eben sehr stark von der Branche ab) und sich nur in den späten Monaten des Jahres erreichen lässt, sofern man nicht in einer extrem attraktiven Nische unterwegs ist. Diese Formel lässt sich beliebig skalieren. So zum Beispiel konnte der YouTuber und Streamer ‘Montanablack88’ im Dezember 2018 einen Verdienst von über 70.000$ allein durch den Upload seiner YouTube-Videos generieren.

Produktplatzierungen auf Instagram und YouTube

Durch die Platzierung bestimmter Produkte – sogenannter ‘Product Placements’ – in den Beiträgen von Influencern generieren diese ebenfalls Umsätze und dementsprechend auch Einkommen. Bei wirklich großen Influencern gibt es hierbei grundsätzlich drei Vergütungsmodelle.

1) Der Influencer bekommt das Produkt umsonst und darf es testen. Das ist jedoch nur bei wirklich hochpreisigen Produkten wie Autos, Reisen oder Luxusgütern der Fall.

2) Der Influencer bewirbt das Produkt und schickt seine Audience auf seinen ‘Ref-Link’, er wird dann 1:1 am generierten Umsatz beteiligt.

3) Der Influencer wird mit einer vorher festgelegten Zahlung für die generierte Reichweite vergütet.

Variante 1) und 2) sind für unsere Berechnungen nicht relevant, da sie nicht richtig eingeschätzt werden können. Für Modell 3) gibt es jedoch einige Möglichkeiten, die Vergütung für einen Influencer mit einer bestimmten Reichweite einschätzen zu können.

Eine Möglichkeit dabei ist es natürlich, sich direkt bei den Agenturen beziehungsweise dem Management der Influencer zu erkundigen. Besonders empfehlen kann ich dabei Reachhero: https://www.reachhero.de – Jeder, der sich bei Reachhero registriert und bestimmte Daten zur eigenen Branche, dem Wohnort etc. angibt, kann sich eine Reihe von Kooperationsmöglichkeiten mit diversen Marken – samt Vergütung, Inhalt, Kampagne etc. – ansehen. Als ich selbst noch aktiver YouTuber war wusste ich somit genau, zu welchen Konditionen meine Kollegen eine Kampagne angenommen und veröffentlicht haben.

Einen analytischen Ansatz liefert hierbei InfluencerDB – https://influencerdb.com, wo ich sämtliche Statistiken zu jedem Influencer aufgezeigt bekomme, der mich interessiert. Generell gibt es dabei einige Seiten, welche mir sogar einen gerechtfertigten ‘Wert’ für ein Posting mit meiner Marke/meinem Produkt anzeigen.
Influencer, die es wirklich geschafft haben, haben auch oft eigene Produkte und Unternehmen. Als Vorzeigebeispiel gilt hierfür ‘BibisBeautyPalace’, die mit Ihrer Marke ‘bilou’ ein riesiges Asset geschaffen hat. (https://www.instagram.com/mybilou/) Bilou verkauft Duschschaum und Badesalz und ist dabei perfekt auf die eigene Zielgruppe zugeschnitten.

Außerdem spielen andere Plattformen auch eine Rolle. Für jeden Gaming-YouTuber, der auf der Plattform ‘Twitch’ Livestreams veranstaltet, wird diese auch zu einer relevanten Einnahmequelle. Für 5 Dollar monatlich kann man dort einen Streamer abonnieren. Von diesem Betrag gehen 50% an den Streamer. Der vorhin angesprochene Marcel Eris (‘Montanablack88’) hat 40.000 Abonnenten – Viel Spaß beim Rechnen und Staunen!