Nach welchen Kriterien wählen Sie eigentlich die Angaben für Ihre Zielgruppe aus, die Sie beispielsweise im Facebook Business Manager zum bestmöglichen Targeting eintragen?

Sicherlich ziehen Sie dabei demographische Angaben, wie zum Beispiel das Alter, in Betracht. Auch der Wohnort, die Profil Sprache und Interessen sind dafür immer eine sichere Bank. Je genauer Sie Ihre Zielgruppe kennen, umso genauer können Sie diese auch in Facebook eingrenzen.

Diese Auswahlmöglichkeiten lassen sich immer feiner definieren. So zum Beispiel kann in bestimmten Regionen auch unter Haushalten mit einem bestimmten Brutto-Einkommen gewählt werden. Genauso ist eine Auswahl anhand diverser Eigenschaften möglich: So zum Beispiel anhand des Mobilgeräts, mit dem sich ein Nutzer im sozialen Netzwerk anmeldet, oder nach Facebook-Seiten, die vom Nutzer administriert werden


Im heutigen Artikel möchte ich Ihnen einen anderen Ansatz präsentieren: Haben Sie schon einmal daran gedacht, Ihren Nutzer nicht mit der richtigen Zielgruppen-Einstellung sondern eher durch die richtige Stimmung mit der richtigen Botschaft zu konfrontieren?

In diesem Sinne möchte ich Ihnen heute die “Honeypot”-Strategie vorstellen. Dabei geht es darum, einen Nutzer mit einer bestimmten Aussage zu konfrontieren und ihm, abhängig von seiner Reaktion, verschiedene, dazu passende, Botschaften zu senden.

Dabei machen wir uns die vielen “neuen” Emoji-Reaktionen der verschiedenen sozialen Netzwerke zu nutze. Bei Facebook und LinkedIn kann man mittlerweile weit mehr als einen Daumen Hoch (“Like”) als Reaktion zeigen. So zum Beispiel können 👍, 😆 oder auch ❤️ als Reaktion eingesetzt werden.

Exemplarisch funktioniert die Honeypot-Strategie nun so, dass man entweder eine interaktive Frage oder ein provokantes Statement veröffentlicht. Entsprechend wird im Beitrag auch direkt nach der Meinung der Nutzer gefragt, die mit Emojis angegeben werden kann.

Für das folgende Beispiel versetzen wir uns in die Rolle des Social Media-Managers eines Restaurants, der heute Fisch im Angebot hat.

Dafür posten wir nun also einen Beitrag mit der Aussage: “Heute ist bei uns Fisch-Tag! Esst ihr gerne fisch? Zeigt es uns anhand der Emoji-Reaktionen:

👍 – Ja! Fisch ist mein Lieblingsessen.
😆 – Ich mag leider keinen Fisch.
❤️ – Ich mag Fisch, kann aber leider nicht kommen, da ich in Quarantäne bin.”

Anknüpfend an diese drei Statements sollten dem Nutzer nun verschiedene Follow Up-Nachrichten gesendet werden. Wer beispielsweise mit 👍 reagiert, sollte Informationen zum aktuellen Tagesangebot erhalten. 😆-Nutzer erhalten eine Botschaft mit der Aussage, dass es ja auch andere Gerichte gibt. Wer das ❤️ wählt, sollte beispielsweise darüber aufgeklärt werden, dass es auch einen Lieferservice gibt.

Diese Methode hat zwei große Vorteile: Durch die Interaktion in Form von Emojis, wird kein Nutzer dazu “gezwungen”, einen individuellen Kommentar zu schreiben. Auf der anderen Seite wird gewährleistet, dass der ganze Prozess per Direktnachricht abläuft. Ein Nutzer hat somit deutlich weniger Hemmungen, über seine Vorlieben zu sprechen. Er fühlt sich geschützt und gibt offen Informationen preis.

Ein Quick-Tipp noch zum Schluss: Wenn Sie etwas wissen möchten, ist es oft effektiver, eine bewusste Falschaussage zu treffen, als eine offene Frage zu stellen. Dadurch fühlen sich viel mehr Nutzer zur Interaktion getriggert. Dieses Werkzeug können Sie sich an der richtigen Stelle zu Nutze machen. Ihren Namen hat diese Strategie übrigens durch das Schema des Honigtopfes, der die “Nutzer” anlockt.