Wird Autofahren durch den Sprachassistenten „Chris“ sicherer?

auto sprachassistent chris

Obgleich die Nutzung des Smartphones hinter dem Steuer in Deutschland verboten und auch lebensgefährlich ist, machen es viele Autofahrer trotzdem. Eine Lösung für dieses Problem hat nun ein Berliner Start-up geliefert: Der User kann den Assistenten per Sprache steuern.

Zweieinhalb Jahre hatte es gedauert, bis das Start-up German Autolabs einen „digitalen Beifahrer“ namens „Chris“ auf den Markt gebracht hatte. Diese Anwendung lässt sich mittels Gesten und Sprache steuern, damit sich der Fahrer auf das Geschehen auf der Straße konzentrieren kann.

Die Navigationssoftware aus dem Hause Here Technologies hilft dabei, das Ziel schnell zu finden. Darüber hinaus werden Alternativen angeboten, die mittels Wischgesten angewählt werden können. Genauso funktioniert auch das Anwählen von Playlists und Musiktiteln.

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Der Assistent liest auf Befehl Kurznachrichten vor und kann gesprochene Messages schreiben. Dies schickt er auf Anweisung durch Gesten oder Sprache an einen gespeicherten Kontakt. Auch der Anruf mit Hilfe einer Freisprecheinrichtung ist möglich. Dabei kann der Fahrer die Lautstärke mit Gesten einstellen.

Das Gerät kann ganz einfach mit Hilfe eines Saugnapfes an der Windschutzscheibe befestigt werden und wird über ein USB-Kabel mit Strom versorgt. Chris besitzt neben fünf Mikrofonen und zwei Bluetooth-Empfängern auch einen Gestensensor.

Damit der Blindflug ein Ende hat

Auch während der Fahrt wollen viele Autobesitzer nicht auf den Zugriff auf ihr wichtigstes Kommunikationswerkzeug verzichten. Allerdings muss der Besitzer für die kleinteiligen Bildschirme viel Aufmerksamkeit aufbringen. Wer beispielsweise fünf Sekunden lang bei Tempo 120 seine Aufmerksamkeit auf das Handy richtet, um eine SMS zu schreiben, überwindet im Blindflug eine Distanz von nahezu 200 Metern. Viele Autofahrer nutzen ihr Smartphone besonders gerne im Stau oder an roten Ampeln, um Musik auszuwählen, zu chatten oder zu telefonieren.

Sind die Autos fit für Infotainment?

Durch Stimm- und Spracherkennung lässt sich das Problem der Ablenkung während des Autofahrens bestens lösen. Diese Funktion ist in modernen Fahrzeugen sogar serienmäßig integriert. Dazu gehören beispielsweise die neuesten Modelle von BMW, der Porsche Panamera oder die jüngste A-Klasse von Mercedes, in welchen sich diverse Funktionen und die Infotainmentsysteme mittels Sprachbefehlen steuern lassen.

Jedoch profitieren von dieser Technik die wenigsten Autofahrer. Denn in Deutschland haben Autos ein durchschnittliches Alter von 9,4 Jahren. Sie stammen also aus einer Zeit, in welcher derartige Technologien noch Zukunftsmusik waren.

Jedoch gibt es einen großen Markt für sprachgesteuerte Geräte. Das bestätigt auch eine Analyse von Markets and Markets, einem Marktforschungsunternehmen. Laut dieser Analyse erwarten die Experten, dass der Markt für Stimm- und Spracherkennung bis zum Jahr 2023 auf einen Wert von 18,30 Milliarden Dollar ansteigt.

Die Analysten gehen dabei von einer jährlichen Wachstumsrate von knapp 20 Prozent aus. Diese Zahlen beziehen sich aber auch auf diverse Verbraucherdienste wie Versicherungen oder Finanzdienstleistungen.

Eine Finanzspritze von Kickstarter

German Autolabs, welches seine Anwendung in enger Zusammenarbeit mit Nutzern entwickelt hatte, hat auf Kickstarter, einer Crowdfunding-Plattform, für dieses Projekt Kapital in Höhe von 270.000 Euro gesammelt. Darüber hinaus hat das Start-up während der Entwicklungsphase kontinuierlich Nutzer befragt und die Anwendung gegebenenfalls entsprechend angepasst. Dies stellte für das Unternehmen eine unbezahlbare Art der Marktforschung dar, die auf andere Weise nicht hätte generiert werden können.

 

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