Nur 5 Stunden am Tag arbeiten? Mitarbeiter erhöhen den Stundensatz von 20 auf 38$. Das Unternehmen konnte im Jahr 2015 den Umsatz um rund 40 Prozent steigern

Aarstol hat seine Firma 2010 mit 4000 US-Dollar Umsatz gegründet. Mittlerweile erzielt Tower fast zehn Millionen US-Dollar Umsatz

Der Traum vom 5-Stunden-Arbeitstag wird Realität – auch im DACH Raum? Traum oder in Kürze Realität?

Den lieben langen Tag acht Stunden arbeiten, damit am Ende des Geldes noch möglichst viel Monat übrig ist: So sieht der Alltag der meisten Menschen weltweit aus. Ziemlich frustrierend sicherlich, vor allem, wenn man einen Job sein Eigen nennt, der einen nicht unbedingt herausfordert oder, im schlimmsten Fall, nicht mal Spaß macht.

Der „skandinavische Weg“

Dass es auch anders geht, beweisen die Schweden bereits seit einigen Jahren. Dort ist es üblich, dass Angestellte nur sechs Stunden pro Tag arbeiten. Wie sich herausgestellt hat, fördert dies die Produktivität der Arbeiter, die binnen sechs Stunden mehr zu Wege bringen als Angestellte an einem 8-Stunden-Tag.

Auch ein US-amerikanisches Unternehmen geht nun den „skandinavischen Weg“. Die Mitarbeiter von Tower Paddle Boards müssen ihre Arbeitskraft dem Unternehmen nur noch fünf Stunden täglich zur Verfügung stellen, ohne dabei auf Gehalt verzichten zu müssen. Der Chef des Unternehmens stellt hierbei jedoch eine Bedingung: Alle Mitarbeiter, die ihren Job in der verkürzten Arbeitszeit nicht erledigen, werden gekündigt! Das Resultat dieser Idee ist überraschend, wie ihr am Ende des Artikels selbst merken werdet.

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Wie es in einem typisch deutschen Unternehmen zugeht

Werfen wir aber erst noch einmal einen Blick in ein typisch deutsches Unternehmen: Mitarbeiter Müller, nennen wir ihn einfach mal so, quält sich morgens um 6 Uhr aus den Federn.

Um 8 Uhr trifft er bei seinem Arbeitgeber ein. Die Zeit bis zur Mittagspause vergeht recht flott, danach stellt sich jedoch das bekannte Mittagstief ein.

Gegen 15 Uhr am Nachmittag kann Herr Müller noch ein paar Dinge erledigen, ehe er sich um kurz vor 17 Uhr auf den Weg nach Hause macht.

Mitarbeiter Müller hat also mehr als acht Stunden in seiner Arbeit verbracht – in bester Begleitung von unproduktiven Phasen, die ihre Gründe unter anderem im Mittagstief haben. Wissenschaftlich ist es mittlerweile bewiesen, dass ein Mitarbeiter, wie Herr Müller, kaum acht Stunden am Stück gleichbleibende Energie in seine Arbeit investieren kann.

Aus 20 Dollar wurden somit stolze 38 Dollar

Genau diese Erkenntnis möchte sich nun auch Stephan Aarstol aus der US-amerikanischen Stadt San Diego zu Nutze machen. Folglich verordnete er seinen Angestellten einen 5-Stunden-Arbeitstag – bei vollem Lohnausgleich.

Wie er in der FAZ zitiert wird, möchte er damit seinen Mitarbeitern „ihr Leben zurückgeben“. Für zusätzliche Motivation investierte er Gewinne aus dem Unternehmen in die Bezahlung seiner Mitarbeiter. Auf diese Weise konnten Angestellte ihren stündlichen Verdienst fast verdoppeln: Aus 20 Dollar wurden somit stolze 38 Dollar.

Eine Bedingung knüpfte Stephan Aarstol jedoch an sein großzügiges Angebot: Der Arbeitstag jedes seiner Angestellten endet exakt nach fünf Stunden. Mitarbeiter, die davon ausgehen, ihre Arbeit nicht auch in diesen fünf Stunden erledigen zu können, wurden vom Chef gekündigt.

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Der Erfolg gibt Aarstol Recht

Bisher ist es nicht bekannt, ob tatsächlich ein Mitarbeiter das Unternehmen verlassen musste. Für den findigen Unternehmer war sein strategischer Schwenk im Jahr 2015 durchaus riskant, denn er sah sich mit höheren Ausgaben und Mitarbeitern mit einer 25-Stunden-Woche konfrontiert.

Absolut sicher war sich Aarstol offenbar nicht, ob seine Idee wie gewünscht fruchten würde, denn er beschränkte das Experiment zunächst auf die Sommermonate.

Mittlerweile arbeitet sein Unternehmen jedoch ganzjährig nur fünf Stunden täglich. Der Grund? Die Umsätze sind seit der Umstellung um nicht weniger als 40 Prozent angewachsen und in der Top-5000-Liste der am schnellsten wachsenden Unternehmen rangiert seine Firma inzwischen auf einem beachtlichen 1.121sten Platz. Für dieses Jahr plant Aarstol übrigens einen Jahresumsatz von umgerechnet knapp neun Millionen Euro und dies mit gerade einmal zehn Mitarbeitern.

Von Henry Ford lernen

Seine Idee bezog Aarstol nach eigenen Angaben von Unternehmer-Legende Henry Ford. Dieser gilt als einer der Pioniere, wenn es um das Thema Arbeitszeitverkürzung angeht. War damals ein 16-Stunden-Arbeitstag (!) üblich, halbierte Henry Ford diesen kurzerhand auf acht Stunden.

Wir meinen: Glückwunsch Stephan Aarstol: Das mutige Experiment kann man wohl getrost als geglückt bezeichnen.

Hier ein interesanter Beitrag von Galileo/Pro7 zu diesem Thema:

Zum Beitrag

pro-7-galileo-5-stunden-arbeit


Statement von Calvin Hollywood:

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