Aus dem Darknet-Unternehmen gründen?

Auch aus dem Darknet heraus lassen sich erfolgreich Unternehmen gründen!

Begonnen hatte alles eigentlich nur mit der Gründung einer Plattform für Bücher. Daraus wurde eine lebenslange Haftstrafe und der Kopf hinter Silk Road wurde zu einer Ikone des Darknets.

Ursprünglich hatte Ross Ulbricht, ein Physik- und Ingenieurswissenschaftler, 2010 „Wagon Books“, eine Plattform auf der gebrauchte Bücher gehandelt wurden und die einen Teil ihres Gewinns sozialen Einrichtungen spendete, gegründet. Dieses Projekt scheiterte zwar ein Jahr nach der Gründung, doch Ross Ulbricht ließ sich nicht entmutigen: Er gründete zusammen mit anderen Mitstreitern die Diskussions- und Handelsplattform Silk Road. Dieses Projekt wurde innerhalb kurzer Zeit zu einem der erfolgreichsten Unternehmen im Darknet, was Ross Ulbricht in ebenso kurzer Zeit zum Millionär machte.

Was ist das Darknet?

Beim Darknet handelt es sich um einen Teil des Deep Webs. Diese Seiten werden etwa nicht von Google indexiert und sind somit auch nicht über die Suchmaschine zu erreichen. Betreten wird das Darknet üblicherweise über Peer-to-Peer-Netzwerke wie Tor. Weil im Darknet Zahlungen ausschließlich über Währungen wie Bitcoin erfolgen, lassen sich die Überweisungen ebenfalls kaum nachverfolgen. Bevor Ross Ulbricht festgenommen wurde, haben nach Angaben des FBI mehr als eine Millionen Menschen die Handelsplattform genutzt, um dort überwiegend mit Rauschmitteln zu handeln.

Auf LinkedIn schilderte Ulbricht 2011 sein neues Projekt mit den Worten, dass er eine neue Wirtschaftssimulation schaffen wolle, in welcher die Menschen ohne „systematische Gewalt“ leben können. Von Anfang an habe es aber auch Bestrebungen gegeben, den Drogenhandel gewaltfrei zu machen, indem ein freier Markt dafür geschaffen werde. Aus diesem Grund schalteten sich diverse US-Behörden ein.

Grundsätzlich handelt es sich beim Darknet um ein Netzwerk, in welchem die Verbindungen manuell hergestellt werden. Dadurch entsteht für die Teilnehmer ein höheres Maß an Sicherheit, weil Außenstehende nicht ohne weiteres auf das Netzwerk zugreifen können oder gar nichts davon wissen. Soll eine weitere Person in ein bestehendes Netzwerk im Darknet integriert werden, muss diese nämlich eingeladen werden. Der Datentransfer zwischen den einzelnen Personen im Darknet läuft üblicherweise verschlüsselt. Zu den bekanntesten Programmen aus dem Bereich des Darknet gehört übrigens WASTE von Nullsoft. Dabei handelt es sich um ein Filesharing-Programm, welches von bis zu 50 Usern genutzt werden kann. Dieses Programm arbeitet unabhängig von einem zentralen Surfer und gilt als äußerst stabil und sicher.

Wegen seiner besonderen Eigenschaften werden im Darknet allerdings auch verstärkt Möglichkeiten für kriminelle Aktionen gesehen. Dazu gehören vor allem der Handel mit Drogen und Waffen.

So hat das FBI Silk Road überlistet

Bislang ist noch nicht geklärt, wie es dem FBI tatsächlich gelang, Zugriff auf die Silk-Road-Server zu erhalten und einzelne Mitglieder zu enttarnen. Denn als Administrator trat die Kunstfigur Dread Pirate Roberts auf, welche immer wieder von einer anderen Person gespielt wird. Gestellt wurde der Administrator von Silk-Road schließlich durch einen fingierten Auftragsmord.

Schließlich stieß das FBI durch die Zusammenarbeit mit Google auf Ross Ulbricht. Er hatte nämlich vorab einige Hinweise über seine Gründungsbestrebungen und Beteiligungen hinterlassen, bevor er ins Darknet abgetaucht war. Daraufhin folgte ein Katz- und Maus-Spiel, welches schließlich zur Verhaftung in einer Bibliothek führte.

Das Urteil für den vermeintlichen Dread Pirate Roberts lautete für Ross Ulbricht im Jahr 2015 zweimal lebenslänglich. Angeklagt war er wegen Computerhackings, Drogenhandel und Geldwäsche. Allerdings wurde Silk Road kurz nach der Festnahme Ross Ulbrichts im Jahr 2013 gelauncht. Geleitet wurde die Plattform erneut vom Admin Dread Pirate Roberts. Nachdem die Plattform im Netz mehrfach stillgelegt wurde, folgten weitere Ableger im Darknet. Die Anhänger bezweifeln bis heute, dass Ross Ulbricht ein fairer Prozess gemacht wurde und er die Plattform nicht allein gegründet hatte. Sowohl Eltern als auch Freunde kämpfen deshalb darum, den Prozess neu aufzurollen und Beweise für eine Schuldminderung zuzulassen.

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