Arbeiten vom Strand aus?

So einfach lässt sich ein Unternehmen vom Strand aus leiten

Kannst du dir vorstellen, dass ein Unternehmer seinen Betrieb vom Strand aus leitet? Was auf den ersten Blick unmöglich erscheint, geht sehr wohl, wie der Minecraft-Erfinder Markus Persson oder Sean Rad, Geschäftsführer von Tinder sowie Evan Spiegel, der Gründer von Snapchat beweisen. Sie haben ihre eigentliche Heimat oder das Silicon Valley verlassen und sind nach Los Angeles gezogen, wo sie den Strand und das Meer ganz in der Nähe haben.

Sie verfolgen damit das Konzept eines digitalen Nomaden, leiten ihre jeweiligen Unternehmen von dem Ort aus, an dem sie sich gerade befinden. Möglich ist dies durch die technischen Entwicklungen der vergangenen Jahre, die von den digitalen Nomaden ausgiebig genutzt werden. Diese bleiben oft nur für wenige Tage an einem bestimmten Ort und reisen direkt zum nächsten Hotspot weiter. Andere wiederum bleiben auch gerne einmal für einige Wochen der Monate an einem Ort.

So viele digitale Nomaden gibt es in Deutschland

Wie Marcus Meurer schätzt, gibt es allein in Deutschland etwa 3.000 digitale Nomaden. Er selbst gehört übrigens auch dazu. So bereist er seit vier Jahren die Welt und arbeitet von unterwegs aus. Gemeinsam mit Felicia Hargarten organisiert er neben Coworking Camps und einer Jobbörse für digitale Nomaden einen Podcast sowie den Reiseblog Travelicia.

Darüber hinaus leiten sie einmal jährlich Tagungen für Unternehmer, die unter Fernweh leiden. Diese DNX-Konferenzen finden in Berlin, Bangkok, Lissabon oder Buenos Aires statt. Dort erfahren die Besucher, wie Marcus von seiner Tätigkeit leben kann, auf welche Probleme er unterwegs stößt und warum sich Gründer im Ausland keinesfalls wie Touristen verhalten sollten.

Denn inzwischen ist es ihm gelungen, allein vom Travelblog, der rund 100.000 Visits pro Monat verzeichnet, gut zu leben. Er verdient durch Affiliate Marketing, aber auch durch Coaches für Gründer, die ebenfalls als digitale Nomaden leben möchten. Die Coworking-Camps hingegen sind gerade einmal kostendeckend. Diese veranstaltet er eigentlich auch nur, weil er hier andere digitale Nomaden kennenlernen kann.

So lässt sich ein Unternehmen von unterwegs aus leiten

Sowohl die Unternehmenskultur als auch die interne Kommunikation müssen nach Meinung von Marcus Meurer stimmen, damit sich ein Unternehmen von unterwegs aus leiten lässt. Essentiell wichtig dafür seien das Recruiting und das Onboarding, das inzwischen häufig über Video Calls abgewickelt wird.arbeiten am strand

Darüber hinaus brauche man natürlich passende Tools, eindeutige Briefings sowie klare Prozesse. Die Kommunikation im Unternehmen mit 16 Freelancern aus aller Welt läuft in seinem Unternehmen etwa über Skype, Google Drive, Slack und Trello. Sofern Unklarheiten auftauchen, werden diese in einer Videokonferenz gelöst.

Kann man sich aus einem Startup zurückziehen?

Zwar besteht laut Marcus Meurer die Möglichkeit, ein Startup zunächst vor Ort aufzubauen und sich anschließend daraus zurückzuziehen. Er sieht jedoch die große Gefahr, dass der Gründer den Absprung verpassen könnte, weil er im Alltagsgeschäft festhängt.

Sehr gut klappt es nach seinen Worten hingegen oft sehr gut, wenn ein Gründer sein Unternehmen von Anfang an dezentral aufbaut. In diesem Fall werden die internen Prozesse häufig von Tools gesteuert.

So wurde Marcus Meurer zum digitalen Nomaden

Nach einigen Jahren Festanstellung wollte Marcus Meurer sein eigenes Unternehmen gründen. Als er von Bali aus im Online-Marketing arbeitete, stellte er rasch fest, dass es für ihn keinen Weg mehr zurück in die konventionelle Arbeitswelt gibt. strandarbeit

Allerdings gab es zunächst auch technische Probleme, weil die Internet-Infrastruktur noch nicht so weit ausgebaut war wie heute. Inzwischen haben sich diese Probleme aber erledigt.

Und das Beste: Marcus Meurer hat die Gelegenheit, Land und Leute hautnah kennenzulernen. Der Grund: Er verhält sich nicht wie ein Tourist, sondern passt sich den lokalen Gegebenheiten an. Angehenden digitalen Nomaden empfiehlt er, sich den Tag gut einzuteilen. Denn die Arbeit von unterwegs aus sollte keinesfalls mit Urlaub verwechselt werden.

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